Die israelische Luftwaffe hat Gazas Hauptstromkraftwerke im Jahr 2006 bebombt und damit rund 1.5 Millionen Palästinenser in die Dunkelheit gezwungen. Obwohl das Kraftwerk repariert wurde, wird es dennoch nicht benutzt. Als im November 2009 die EU ihre monatliche Hilfeleistung untersagte und dadurch die Lieferung von Carbon, welches für die Kraftwerke benötigt wird ausblieb, verschlechterte sich die Situation erheblich. Seitdem läuft das Kraftwerk auf minimaler Leistungserzeugung. Anstelle von 67 Megawatt die es produzieren sollte, sind es zur Zeit grade einmal 30. Und das nur zu bestimmten Zeiten des Tages."Krankenhäuser sind nicht in der Lage Elektrizität für all ihre Maschinen zu erbringen."Diese langfristigen Stromausfälle in weiten Teilen Palästinas haben alles auf den Kopf gestellt. Wir haben nicht einmal 10 Stunden Strom in Gaza. Ein kleiner Trost sind die kleinen Generatoren die einige wohlhabendere Gaza-Einwohner besitzen. Sie benutzen die Benzinfresser wie man sie auch nennen könnte, um ihre Lichter oder den Fernseher am Laufen zu halten. Doch alles was mehr Elektrizität verbraucht, wie Waschmaschinen, Gefrierschränke, Kühlschränke, Boiler, oder Pumpen die das Wasser in die höheren Etagen pumpen soll, fällt flach.Stromausfälle wirken sich auch auf unser soziales Leben aus. Freunde und Verwandte, die keine Treppen steigen wollen sind ein unwahrscheinlicher Besuch zu Zeiten der Stromausfälle. Die Aufzüge stecken fest oder funktionieren garnicht erst. Studenten und Schüler kämpfen mit den Schmerzen in ihren Augen, nachdem sie Abends nicht richtig lernen können und im Dunkeln büffeln müssen.Hinzukommt dass die Zahl von Autounfällen in die Höhe geschnallt ist, nachdem die Straßenlaternen und Verkehrsampeln nicht funktionieren. Viele Menschen befinden sich in Lebensgefahr.Hussam El Nounou betreibt ein NGO in Gaza, welches für Personen mit psychischen Störungen eingerichtet wurde.
17 Mai 2010 - 19:30
News ID: 179760
Gaza überlebt seit einiger Zeit mit einem recht niedrigem Stromverbrauch. Keinen Fernseher zu haben ist eine Sache- keine medizinische Versorgung ist eine Andere.